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Ein Ausschnitt aus einer ziemlich langen Tekken FF die ich mal geschrieben habe / endlich fertig schreiben sollte ...
Im Orginal ist die Szene nur eine Rückblende, Kazuya ist 17, Lee 16 (glaube ich *g* zu faul nachzuschauen).

~


"Ich hasse es, wenn du das tust!"

"Oh, und was für ein Recht hast du, darüber zu entscheiden!?"

Lee stemmte trotzig eine Hand in die Hüfte und zog demonstrativ an seiner Zigarette, nur um den Rauch danach genüsslich seinem Bruder ins Gesicht zu blasen.

"Fick dich", zischte dieser wütend "hoffentlich bringt das Zeug dich eines Tages um!"

"Freu dich, dann hast du was zu feiern. Der Tag wird wohl wie ein zweites Weihnachten für dich sein", entgegnete der Andere. Sein Grinsen wurde breiter.
Ohne noch ein Wort zu erwidern, aber mit tödlichem Blick erhob Kazuya sich und stürmte aus der Küche.

"Du hast dein Bier vergessen!", erklang es zuckersüß hinter ihm.

"Halt. Dein. Maul!"

Es hasste diesen Idioten! Oh, und wie er ihn hasste. Sein Schritt beschleunigte sich während er auf das Dojo am anderen Ende des Hauses zusteuerte, um dort seinen Frust abzubauen. Mit einem Knurren schloss er die schwere Tür hinter sich. Sollte sich doch wer anders mit diesem Lackaffen herumschlagen, es war doch nicht sein Problem, wenn er sich mit diesen Zigaretten den letzten Rest gab. Aber so sehr er sich da auch einredete, die Sorgen blieben die gleichen.

Als er Stunden später das Dojo verließ, hatte sein Gemüt sich wieder beruhigt. Wie ein See, über dem ein Sturm getobt hatte und jetzt weiter gezogen war. Die Oberfläche war wieder ruhig, doch der Grund blieb noch eine ganze Weile aufgewühlt. Eigentlich waren diese Streitereien nichts schlimmes, er war sie gewohnt und irgendwie gehörten sie einfach dazu. Nur, sie summierten sich. Und langsam wurden sie ihm zu viel. Mürrisch schüttelte er den Kopf und beschloss nicht weiter darüber nachzudenken, als er das Haus durch den Vordereingang betrat.

"...trainierst du nicht wie dein Bruder! Frauen, das ist alles, woran du denkst!"

"Was erwartest du von jemandem in meinem Alter? Dass ich zu Hause sitze und Däumchen drehe, während das Leben an mir vorbeizieht?"

"Dass du endlich lernst, wie man kämpft!"

"Ich kann kämpfen!"

Ein Klirren, dann kehrte Stille ein. Kazuya war an der Treppe stehen geblieben und wartete. Kurz darauf erklang die höhnische Stimme seines Vaters.

"Ohja, man sieht, wie du kämpfen kannst. Nicht einmal den einfachsten Schlag fängst du ab."

"Ich-"

"Würdest du auch nur halb so viel trainieren wie Kazuya-"

"Kazuya ist auch kein Mensch! Kein normaler Mensch trainiert so viel! Ein normaler Mensch geht ab und zu aus, im Gegensatz zu ihm."

Wieder ein Klirren.

"Geh auf dein Zimmer! SOFORT!"

~

Lee saß in seinem Zimmer auf dem Boden und rauchte, als die Tür sich öffnete und genau derjenige den Raum betrat, den er am allerwenigsten sehen wollte. Sein Bruder warf einen missbilligenden Blick auf die Zigaretten, begann dann aber zu reden.

"Wann lernst du endlich, das es keinen Zweck hat, mit ihm zu streiten?"

"Hmpf."

"Wenigstens hat er nicht dein Gesicht getroffen. Andererseits, eine Schande, dass er überhaupt getroffen hat."

"Bist du deswegen hier? Um dich über mich lustig zu machen?"

"Nein."

"Tss...", Lee zuckte mit den Schultern. Was interessierte es ihn schon. Wenn das nicht der Grund war, war es ein ähnlich dummer.

"Ich habe Vater gesagt, wir fahren in den Wald, ich möchte an dir noch einmal üben für mein Training mit ihm morgen."

"Du hast was!? Wir haben kurz vor zehn, du kannst mich!"

"Es wäre besser, du regst ihn nicht noch mehr auf. In 10 Minuten an meinem Wagen", und damit verließ er grinsend den Raum.

Für einen Moment saß Lee einfach nur da und versuchte zu verstehen, was sich da gerade abgespielt hatte, dann sickerte die Erkenntnis langsam durch und Zornesröte stieg ihm ins Gesicht. War er denn für alle hier nur noch eine Spielpuppe?!
Eine Viertelstunde später saß er trotzdem im Auto. Zwar nicht passend für das Training gekleidet, aber er war da und das musste reichen.

"So...", meldete sich Kazuya zu Wort, nachdem sie schon eine ganze Weile unterwegs waren. "Wo willst du hin?"

"Als ob ich eine Wahl hätte."

"Mach die Augen auf, Idiot, wir sind gleich in der Stadt. Ich setze dich ab, wo du willst und du rufst an, wenn ich dich abholen soll. Und ich hoffe für dich, dass Heihachi nie hiervon erfährt."

Stille. Noch mehr Stille. Lee blinzelte verwirrt. Wenn er das gerade richtig verstanden hatte... ein Blick nach draußen zeigte ihm, dass er es richtig verstanden hatte.
Erste Häuser zeichneten sich in der Dunkelheit ab. Beschämt senkte er den Kopf.
Er bereute sein schlechtes Denken von vorhin. Aber andererseits... er war sich noch nicht sicher, ob das nicht noch sehr schlimme Folgen für ihn haben würde. Das erste Mal, dass Kazuya ihm in den Rücken fiel, war es nicht.

"Halt einfach hier an", murmelte er, immer noch in Gedanken.

Kazuya nickte und hielt an der nächst besten Stelle, um den anderen aussteigen zu lassen.

"Vergiss nicht anzurufen. Auf dem Handy."

"Jaja... und danke."

"Oh, keine Ursache. "Ein normaler Mensch geht ab und zu aus", nicht wahr?"

Lee Gesicht wurde von einem Moment auf den anderen bleich.
Er hat alles mitgehört. Alles!, schoss es ihm durch den Kopf.
Shit! Seine Augen folgten dem Auto, während es in der Dunkelheit verschwand.

~

Es war gegen vier Uhr morgens, als Kazuya Handy klingele und sein Bruder ihm mitteilte, wo er abgeholt werden wollte.
Schweigend wandte er sich von dem See ab, an dessen Ufern er bis eben gestanden hatte und machte sich auf den Weg zum Auto. Seine Augenlider begannen schwer zu werden von der Müdigkeit, die ihn allmählich überkam. Er knurrte leise. So, wie er es sah, würde er vor dem Training mit seinem Vater nicht mehr zum Schlafen kommen und das war ein großer Fehler. Und das alles nur wegen diesem Silberhaarigen Idioten.

Die Rückfahrt verlief schweigend. Dass Lee anscheinend eine wundervolle Zeit verbracht hatte und mittlerweile das ganze Auto nach Frauenparfum von den neuen Bekanntschaften des Jüngeren und Zigarettenrauch "duftete", ließ Kazuyas Laune noch weiter sinken. Sobald sie angekommen waren, stieg er, ohne noch ein weiteres Wort an den Anderen zu verschwenden, aus und machte sich auf den Weg zum Dojo.

"Wo willst du hin?"

"Das Training beginnt in einer guten Stunde. Und ich bin noch nicht warm."

Lee zog kritisch die Augenbrauen zusammen, zuckte dann aber mit den Schultern und ging zum Haus. Es war eine lange Nacht gewesen und der Alkohol erlaubte ihm noch immer nicht ganz logisch zu denken. Er war müde, er wollte ins Bett. Alles andere konnte warten.

~

Wie lange er geschlafen hatte, wusste er nicht, aber ein Blick aus dem Fenster verriet ihm, dass es wohl der ganze Tag gewesen sein musste, denn gerade senkte sich die Dämmerung herab. Mit einem Seufzen schlug er die Decke zurück und setzte sich auf. Wider Erwarten hatte er kaum Kopfschmerzen, aber der Gestank nach kalten Tauch hing noch immer in der Luft, an seinen Haaren und seiner Kleidung. Was er jetzt brauchte, war eine Dusche.

Gähnend kletterte er aus dem Bett und zog sich bis auf die Shorts aus. Selbst dazu war er letzte Nacht zu müde gewesen. Dann machte er sich auf Richtung Bad.
Zu seinem Erstaunen fand er die Tür verschlossen war, obwohl von drinnen keine Geräusche zu hören waren. Ungeduldig klopfte er gegen die Tür.

"Vater?"

Keine Antwort.

"Kaz?"

Wieder keine Antwort. Er seufzte, eindeutig Kazuya und anscheinend mit schlechter Laune. Irgendetwas sagte ihm, dass es mit dem letzten Abend zu tun hatte, aber er erinnerte sich nicht.

"Kaz, mach auf, ich will duschen. Kaz!"

"Verpiss dich!"

Oh, wundervoll. Er war also sauer, ernsthaft sauer.

"Mach die verdammte Tür auf. Mir ist scheißegal, ob du sauer bist, ich weiß nicht einmal wieso du's bist, also lass mich rein!"

Stille trat ein. Dann erklang das leise Klicken, als der Schlüssel im Schloss herum gedreht wurde.

"Na endl-", Lee verstummte mitten im Wort. Mit einem Schlag war sein ganzer Ärger verschwunden. Sorge breitete sich auf seinem Gesicht aus, während er langsam den Raum betrat und möglichst leise die Türe hinter sich schloss.

"Kaz...", flüsterte er. "Kaz, was ist mit dir passiert?"

Das die Trainingsstunden mit Verletzungen endeten, war normal. Es ging schwerlich ohne, immerhin ging es dabei ums kämpfen und ein K.O. war das mindeste. Aber wie Kazuya zugerichtet war, sah nicht mehr nach einem fairen Kampf aus.

Nur mit seiner weißen Trainingshose bekleidet, stand er vor dem Spiegel am Waschbecken und hielt den Kopf gesenkt. Blutige Schrammen und blaue Flecken bedeckten seinen ganzen Körper, soweit Lee es sehen konnte. Sein Haar war nicht wie sonst ordentlich nach hinten gekämmt sondern hin ihm lose und verwuschelt ins Gesicht. Seine schönen ,weißen Hosen waren bis zu den Knien hoch mit Schlamm voll gesogen.

Lee schluckte. Der Anblick tat ihm in der Seele weh. Und er wusste nicht, was tun. Mittlerweile war er sich sicher, dass er die letzte Nacht irgendetwas ganz entsetzlich falsches gesagt oder getan haben musste. Aber jetzt musste er etwas tun. Zögernd trat er zu seinem Bruder und legte die Arme um ihn. Ein kurzes Zusammenzucken war alles an Reaktion.

"Kaz... bitte, was ist passiert?"

"Nichts."

Die Antwort war mehr ein Flüstern und sie beunruhigte Lee noch weiter. Erneut seufzend legte er dem Älteren den Kopf auf den Rücken und drückte sich an ihn.

"Es hat herausgefunden, wo du gestern Abend wirklich warst."

Lee erstarrte.

"Was...?"

"Ja."

"A-aber... warum hat er dann nicht mich...?"

"Es war meine Idee. Du bist nicht schuld."

Der Silberhaarige schluckte schwer. Er öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch schloss in wieder, als er die nächsten Worte des Anderen hörte.

"Du kannst schließlich nicht die ganze Zeit zuhause sitzen und Däumchen drehen, während das Leben an dir vorbei zieht. Du kannst schließlich nicht den ganzen Tag nur trainieren, so wie ich. Aber ich bin ja auch kein normaler Mensch, nicht wahr? Und es reicht ja doch nicht, um ihn zu besiegen."

Kazuya hatte den Kopf gehoben und blickte im Spiegel genau in sein Gesicht. Heiße Tränen tropften auf seine Arme, die er noch immer um den Bauch seines Bruder geschlungen hatte. Ihm war schlecht. Zum ersten mal in seinem Leben sah er den Andere weinen und das wegen ihm. Wegen seiner unüberlegten Worte.

"Kaz... oh, Kaz... ich wollte doch nicht... ich meinte doch nicht... es tut mir so leid."

Der Andere schüttelte den Kopf.

"Du bist nicht schuld. Vater hasst mich, er wartet nur auf eine Gelegenheit wie diese."

"Kaz, hör auf damit! Das entschuldigt nicht, was ich gesagt habe. Ich... es... bitte, hass mich nicht dafür."

"Heh... wie könnte ich, Chao? Wo du doch alles bist, was ich noch habe."



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